So schreibt man einen tollen Angel-Artikel

In der heutigen Zeit kann man viel Schreiben. Das Web 2.0 bietet unendlich viele Möglichkeiten (Blog, Wiki, Webseite, Facebook usw.), aber auch Zeitschriften sind nicht aus der Mode.

Tja, wie macht man das? Der eine  macht es ganz gut, der andere eher schlecht. Soll man eine Zeitschrift nutzen oder eine Webseite? Viele Fragen. Wer sich an die Schulzeit zurück erinnert, weiß, dass das Schreiben von Texten nach vielen Regeln erfolgt. Das fängt schon mit der Überlegung an, was man schreiben möchte. Soll es ein Leserbrief sein oder ein Bericht? Eine Produktbeschreibung? Eine Produktvorstellung? Eine Veranstaltung dokumentieren? Hier möchte ich nur einige kleine, aber feine und hoffentlich hilfreiche Tipps geben.

Zu Beginn müsst ihr euch beim Schreiben in euer Zielpublikum hineinversetzen. Dazu gehört auch eine ausführliche Recherche der beispielsweise Angelzeitschrift, der ihr ein Angebot machen möchtet. Schreibt am besten so, dass euch jeder verstehen kann. Das betrifft den Jungangler genau so, wie den erfahrenen und alten Hasen. Macht euch vor allem keine Gedanken über die Leute, die euren Text evtl. negativ bewerten (konstruktive Kritik ist aber erwünscht, denn ihr wollt euch ja verbessern. Wer ist schon perfekt?). Übrigens: Die Anzahl derer, die den Text lesen und irgendetwas mitnehmen, ist immer höher. Also: Selbstbewusst sein!

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Blogbericht oder Zeitschriftenartikel? Die Redaktion entscheidet! Quelle: M. Lüpke unter www.fischundfang.de

Inhalte

Wer schreibt, sollte auch etwas zu berichten haben, von dem andere einen Nutzen haben. Macht euch also Gedanken darüber, was euer Thema sein kann. Soll es eine Produktvorstellung sein? Ein Erlebnisbericht? Ein besonderer Angeltag?

Einfach nur so irgendeinen zusammenhangslosen “BlaBla” verfassen, macht keinen Sinn.

 

Dabei sind unbedingt immer alle sogenannte W-Fragen zu klären. Findet also Antworten auf Wie? Wo? Wann? Warum? Wie? Was?.

Bitte bedenkt, dass beispielsweise eine Produktebeschreibung viel sachlicher ist, als ein Angelerlebnis. Also: Immer bei den Fakten bleiben.

Rechtschreibung

Was die Schreibweisen angeht, solltet ihr ruhig die Rechtschreiberkennung eurer Textverarbeitungssoftware nutzen.  Im Zweifelsfall klassisch: Der Duden (www.duden.de). Die Softwarevariante ist, das muss man wissen, aber auch nur so schlau wie sein Nutzer. Die Grundlage ist nämlich immer ein Standard-Wörterbuch. Dieses kann mit jedem Nutzen erweitert und somit verbessert werden, indem ihr im Korrekturverlauf auf “hinzufügen” klickt. Das funktioniert, wenn die Software ein Wort nicht kennt und ihr 100% sicher seid, dass das Wort richtig geschrieben ist. Wie beim Angeln auch, sollte man im Team arbeiten. Es ist immer hilfreich, wenn ein Freund oder eine Freundin, womöglich nicht einmal Angler(innen), den Text lesen. Zweitlesern fällt immer noch etwas ein, Fehler springen ins Auge. Erst danach denkt ihr bitte an eine Veröffentlichung. Übrigens unter www.leo.de findet ihr ein tolles Wörterbuch. Manchmal muss es ja in anderer Sprache sein.

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Schöne Bilder unterstreichen den Inhalt des Artikels und machen das Geschrieben erfahrbarer. Quelle: Angelwoche, Top Jahr Verlag

Stil

Gliedert euren Text. Macht euch also Gedanken darüber, was in die Einleitung gehört, was den Hauptteil ausmacht und wie ihr den Text beenden möchtet (Einleitung – Hauptteil – Schluss). Zu Beginn ist es immer gut, wenn  ihr Antworten auf Fragen nach Zeit-Ort-Person-Ereignis gebt. Eine top Überschrift soll den Leser neugierig machen. Was den Stil angeht, hat ja jeder seinen Stil. Es gibt allerdings einige typische Fehler, die man gleich zu Beginn vermeiden sollte. Schreibt keine Bandwurmsätze. Meist erkennt man sie daran, dass drei oder vier Kommata gesetzt werden. Diese Sätze trennt ihr und macht dann 2-3 Einzelsätze daraus. Das liest sich besser und zeigt klar, worum es gehen soll. Versucht abwechslungsreiche Satzanfänge zu nutzen. Jeder Angelbericht lebt von Emotionen, benutzt daher viele verschiedene Satzanfänge und abwechslungsreiche Adjektive. Versetzt euch beim Schreiben nochmals in euren Angeltag (oder was auch immer) hinein. Welche Stimmung hat geherrscht? Wie war das Wetter? Was habt ihr gefühlt? Was habt ihr gehört? Klappert im Geiste alle eure Sinnesorgane ab. So können eure Leser unheimlich gut nachvollziehen, was ihr erlebt habt. In richtig guten Texten findet man sich beim Lesen wieder, im Kopf läuft ein Film ab und der Text bleibt haften.

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Gute Bilder sind das Salz in der Suppe. Fisch im Fokus. Quelle: Esox, Top Jahr Verlag

Ganz wichtig: Bilder

“Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte”, dieser Satz hat enorme Bedeutung beim Verfassen eines ansprechenden Artikels für ein Angelmagazin oder beispielsweise einen BLOG. Lernpsychologisch begründet bleibt vom Inhalt mehr beim Leser haften, der Artikel wird nachvollziehbarer und einfach rundum attraktiv für den Leser. Zudem ist es oft so, dass man in einem Bild Informationen einfach und unkompliziert nachvollziehbar präsentieren kann. Wie man gute Fotos oder sogar Videofilme am Wasser macht, kann hier nicht ausreichend geklärt werden. Da gibt es so viele Dinge zu beachten, damit es zu eurem tollen Text passt. Zusammenfassend würde ich den Schwerpunkt auf folgende Punkte legen:

  • Der Fotograf hat immer die Sonne im Rücken!
  • Fischbilder wirken super, wenn ihr den Fisch im Bildzentrum habt. Der Angler ist auch wichtig, interessiert aber in der Regel wenige Leute.
  • Kein Blut, kein Alkohol, keine Zigaretten auf Fangfotos – geht gar nicht. Absolut unästhetisch und schadet dem Ansehen der Angler nur.

Vor einer jeden Veröffentlichung checkt bitte, ob ihr Rechte verletzt! Daher keine Texte, auch nicht teilweise, einfach nur aus dem Internet kopieren. Bei der Masse an Text liegt das vielleicht nahe. Aber wäret ihr wirklich stolz auf Artikel oder Ideen, die nicht von euch stammen? Die ihr nicht selbst geschrieben habt? Zudem verletzt ihr das Urheberrecht, weil ihr geistiges Eigentum von einer anderen Person stehlt. Das ist strafbar.

Desgleichen gilt für Fotos. Nehmt nur eigene Bilder und holt euch von den zu veröffentlichenden Personen unbedingt das Einverständnis. Ansonsten verletzt ihr auch hier das sogenannte Recht am eigene Bild. Klare Sache: Google bemühen, Bild suchen und benutzen = auf keinen Fall! Das kann teuer werden!
Ihr habt einen tollen Artikel verfasst? Da weg damit in die Redaktionen. Hier eine Auswahl der derzeit gängigsten Angelmagazine (Es gibt natürlich unzählige weitere Magazine für alle möglichen anderen Angelarten)

  • Am Haken (www.am-haken.de)

  • Blinker (www.blinker.de)

  • Fisch und Fang (fischundfang.de)

  • Esox (www.esox.de)

  • Der Raubfisch (www.raubfisch.de)

  • Angelwoche (www.angelwoche.de)

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Marcus Lüpke

Der Autor ist Lehrender, freier Foto- und Videojournalist, Spieletester, Buchautor, Referent, Dozent und medienpädagogischer Berater.
In seiner Freizeit kombiniert er sein Wissen mit Outdoor- und Erlebnissport.
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