Wettervorhersage mit der G-SHOCK MUDMASTER selbst gemacht – Praxis Barometer (Luftdruckmessung)

Der Mess- und Anzeigebereich der Barometerfunktion liegt bei 260 bis 1.100 hPa (oder 7.65 bis 32.45 Hg). Der Luftdruckmesser lässt sich kalibirieren, wird in Form einer Luftdruckgrafik sowie Zahlenwerten dargestellt und zeigt zusätzlich einen trendzeigenden Luftdrucksänderungsindikator an. Im Datenspeicher der Uhr werden die Höhenwerte addiert und ergeben ein gutes Höhenprofil. Genauere technische Details können der Anleitung im PDF-Format entnommen werden.

Link zur Bedienungsanleitung

Einsatz des Uhr-Barometers der MUDMASTER bei der praktischen Tourplanung & Tourdurchführung

Grundsätzlich ist zu sagen, dass für eine genaue Messung und Erfassung des Luftdrucks möglichst gleichbleibende Bedingungen herrschen sollten. Bei Klettertouren, bei denen sich erfahrungsgemäß die Höhen und somit der Luftdruck stark ändern, ist eine sinnbringende Messung in der aktiven Kletterphase nicht empfehlenswert. Daher sollten Luftdruckmessungen für eine planungsgenaue Aussage nach dem Auf- oder Abstieg vorgenommen werden, am besten auf der Hütte oder im Lager. Warum? Weil der Luftdruckmesser nicht weiß, dass er gerade nach oben oder unten getragen wird. Somit würde man den Luftdruckanstieg (Abstieg) als Schönwetterphase und den Luftdruckabfall (Aufstieg) als Schlechtwetterphase deuten. Das ist natürlich nicht hilfreich. Die GWG-1000 erstellt einen Luftdruckmessungsverlauf und speichert diesen in der Uhr, somit lassen sich die im Lager/ Hütte gemessenen Werte vergleichen und für eine optionale Wettervorhersagetendenz nutzen. Aber: Hütte ist nicht gleich Hütte! Ein weiterer wichtiger Punkte, vor allem bei Mehrtagestouren ist daher die Antwort folgende Frage: Wo wird gemessen? Wenn ihr an Tag 1 auf der 2000er Hütte messt und am Tag 2 die Hüttenpause auf 2800m macht, dann wird es schwierig die Werte passend zuzuordnen.

Als Faustregel könnte man auf gleicher Höhe erfasste, sich sehr stark und schnell ändernde Luftdruckwerte, in Richtung einer heftigen und sehr deutlichen Wetterveränderung deuten.

Faustregel: Gleichbleibender Luftdruck
Meistens findet sich ein gleichbleibender Luftdruck während eines Hochs und ist ein Zeichen für gleichbleibendes und beständiges gutes Wetter.

Faustregel: Fallender Luftdruck
Ein regelmäßig und langsam fallender Luftdruck kündigt häufig eine Wetterverschlechterung an. Fällt der Druck sehr stark ab, könnte dies ein Anzeichen für ein sich näherndes Tiefdruckgebiet sein. Im Gefolge dann u.U. auch Sturm.

Faustregel: Ansteigender Luftdruck
Eine Wetterbesserung stellt sich häufig bei einem langsamen und konstanten Anstieg des Luftdrucks ein, möglicherweise auch beständig. Stürme kündigen sich häufig durch starke Anstiege an.

Tipp: Wetterwechsel (oft sich nähernde Warmfronten) werden häufig durch die sogenannten “Cyrruswolken” angekündigt (in bis zu 12.000m Höhe, bestehend aus Eiskristallen, ausgefranster Rand, sehr zackige und eckige Form, auch Federwolke genannt)

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Deutlich zu sehen ist der alpine Wetterwechsel innerhalb von Minuten. Laut Barometer war davon nichts zu spüren.

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In der Praxis muss man sagen, dass der Höhenmesser bzw. die Barometerfunktion an der Uhr natürlich lokale Informationen zur aktuellen Wetterlage nicht ersetzt. Zu groß ist der Grad an natürlichen Eventualitäten. Ein Beispiel kann sein, dass es kurz vor einem heftigen Wetterwechsel zu einem Luftdruckabfall kommt, der mit dem Barometer aber erst wahrgenommen werden kann, wenn es zu spät ist. Da ist dann nichts mit Planung. Aber: Eine Tendenz zu erkennen und mit weiteren Informationen (z.B. Wolkenbildern, Wind o.ä.) zu kombinieren kann durchaus sinnvoll sein und zu brauchbaren Ergebnissen führen. Mit zu berücksichtigen ist auch der Grad des Anstiegs oder Abfalls, ob dieser jeweils langsam oder schnell erfolgt, dies sagt auch entsprechend etwas über den zu erwartenden Wetterwechsel aus. Eine mehr oder weniger intensive Beschäftigung über die Funktionen der Uhr hinaus mit Wetterphänomenen, Wolkenbildern, Luftdruckverhalten und mehr sollten daher zum Pflichtprogramm gehören.

Fazit: Das tragbare Luftdruckbarometer der G-SHOCK GWG-1000 ist in Kombination mit dem Luftdruckänderungsindikator ein tolles Detail, ersetzt aber eine professionelle und gründliche Tourplanung z.B. unter Berücksichtigung von Kartenmaterial und weiteren Wetterdaten vor Ort nicht. Vor allem, da es wichtig ist, auf Wetter und Wetteränderungen adäquat reagieren zu können. Dies ist bei einer Spontanmessung vor Ort so nicht möglich. Zu groß sind die Schwankungen im Luftdruck und damit eine Messwertverfälschung. Die Vorteile der “Wollmilchsau” werden also erst in Kombination mit weiteren Faktoren (Wetterphänomene wie Wolken und Wind) zum Tragen kommen.

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Bei einer solchen Wetterlage ist alles wunderbar……aber auch in Extremsituationen macht die MUDMASTER GWG-1000 eine sehr gute Figur.

Derzeit zeigt die G-SHOCK GWG-1000 hier auf 45m ÜNN eine steigende Tendenz bei aktuellen 1010 hPa (Grundlage Messungen der letzten 5 Tage). Der Luftdruck steigt also, eine Schönwetterlage ist laut Uhr zu erwarten. Der aktuelle Wetterbericht wiederum sagt in 2 Tagen viel Sonne und bestes Sommerwetter voraus. Im Flachland ist also alles i.O. mit “mudmastergestützten” Wetterprognosen ;-).

Ein tolles Buch, um weiter in die Materie einzusteigen:
Wetterkunde für Wanderer und Bergsteiger
Peter Albisser
SAC-Verlag 2001
ISBN 3-85902-201-6

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88x31 in Wettervorhersage mit der G-SHOCK MUDMASTER selbst gemacht - Praxis Barometer (Luftdruckmessung) Wettervorhersage mit der G-SHOCK MUDMASTER selbst gemacht – Praxis Barometer (Luftdruckmessung) von Marcus Lüpke ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell 4.0 international.