RAFT SURVIVAL-GAME: AUF DEM FLOSS GERETTET – ODER DOCH NICHT

Raft-titel-150x150 in RAFT SURVIVAL-GAME: AUF DEM FLOSS GERETTET – ODER DOCH NICHT3 junge schwedische Entwickler (derzeit nach eigenen Angaben noch Studenten und im totalen Uni-Abschluss-Stress) haben ein interessantes Spielprojekt soweit umgesetzt, dass es derzeit ein schon stabil laufendes (Im Test die PC-Version) spielbares Ergebnis gibt: Raft. In der Überlebenssimulation startet der Spieler quasi auf einem kleinen Floß inmitten des Ozeans. Minecraftlike geht es nun vorrangig darum, Gegenstände aus dem Wasser zu fischen, um daraus etwas brauchbares zu “craften” – also durch Kombinieren der Rohstoffe in etwas brauchbares zu verwandeln. Das Setting ist interessant, relativ vielseitig und spannend. Vor allem zu Beginn muss sich der Spieler darum bemühen, die 3 elementaren und wichtigsten Probleme “in Schach” zu halten.

3 Grundprobleme auf einem Floß

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RAFT Survival-Game: Auf dem Floß gerettet – oder doch nicht? Hauptproblem Hai? Nein, Wasser- und Nahrungsmangel kommen dazu….

1) Eine regelmäßige Zufuhr an trinkbarem Wasser

Ohne Trinkwasser geht der zu über 60% aus Wasser bestehende Mensch zu Grunde. OK, also sorgt man mittels einer Destillieranlage für Trinkwasser, indem man Salzwasser destilliert. Über das einfachere Aufsammeln von Regenwasser ginge das einfacher und wäre optional wohl eher der erste Schritt. Ohne Wasseraufnahme stirbt der Spieler – Game over

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RAFT Survival-Game: Auf dem Floß gerettet – oder doch nicht? Hach, Schonzeit in der Natur und am PC kann geangelt werden – perfekt

2) Eine regelmäßige Zufuhr an tierischer und pflanzlicher Nahrung

Angetriebene Pflanzensamen, Kartoffeln, Erde, Holzkisten – die optimale Basis für das erfolgreiche Anlegen eines Gemüsebeetes. Fix eine Angelrute gebaut und eine Makrele gefangen. Der Teil ist ausbaufähig. Um den Realismusgrad zu steigern wäre es beispielsweise sinnvoll, einen bestimmten Köder an die Angel zu hängen. Zur Auswahl hätte man genug, auch das Craften von Angelhaken wäre nötig usw., usw. Ohne Nahrungsaufnahme stirbt der Spieler – Game over.

3) Das Abwenden von Haiangriffen, die das Floß unter Umständen zerstören

Mithilfe eines selbst gebauten Speeres wehrt man den Hai ab. Vernachlässigt man diesen Punkt, so wird nach und nach das Floß zerstört. Zudem kann der Spieler aufgrund der Haipräsenz nur kurz Schwimmen und Treibgut aufsammeln, andernfalls ist das Spiel fix beendet – Game over.

Schafft der Spieler es nicht, diese Dinge im Griff zu haben, endet das Spiel unwiderruflich. Das bedeutet, ein verlorenes Spiel kann nicht an einem Speicherpunkt wiederholt werden. Aber keine Angst, selbst junge Spieler bekommen das hin und einen Speicherpunkt kann man vor Spielende trotzdem setzen.

Treibgut, Treibgut, Treibgut – das ist der Schlüssel zum Erfolg

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RAFT Survival-Game: Auf dem Floß gerettet – oder doch nicht? Treibgut im Anmarsch – hineinspringen und raufholen? Besser nicht…..

Holz, Pflanzensamen, Fässer, Pflanzenteile, Metallteile und mehr gilt es entweder mit der Hand, mit inem werfbaren Enterhaken oder selbst gebastelten Netzanlagen aus dem Wasser zu sammeln. Daraus lassen sich dann die nötigen Werkzeuge, Anlagen und Erweiterungen bauen. Mittels einer Destillieranlage beipielsweise, gecraftet aus Metall und einigen anderen Dingen, verwandelt man ungenießbares Salzwasser in trinkbares Süßwasser. Die feste Nahrung wiederum ist vielseitiger gestaltet. Neben dem Anbau von Palmen (Kokosnüsse) und Kartoffeln, kann der Spieler sogar Makrelen angeln. Natürlich gehört dazu, das man sich eine Angel erstellt. Der bedrohende Hai selbst kann auch mit einem Speer erlegt werden, was schmackhafte Haisteaks in das Spielerinventar bringt. Mittels eines erstellten Grills werden Fleischstücke aufgewertet und bringen dem Spieler mehr Lebensenergie zurück, als rohes Fleisch.

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in RAFT Survival-Game: Auf dem Floß gerettet – oder doch nicht? Hier wird der Bautrieb befriedigt: Treppen, Seitenwände, neue Böden und mehr…….

Der Bautrieb der Spieler wird auch befriedigt, denn es gibt eine Vielzahl an Erweiterungen für das Floß. Aufgänge, Kisten, Holzplatten, Wände und mehr können erstellt werden. Ein wichtiges Utensil sind die Seile, die aus gesammelten Planzenteilen erstellt werden. Mittels der Seile lassen sich zum Beispiel auch Fangnetze basteln, in denen sich allerlei nützliches Treibgut aus dem Meer sammelt.

Fazit: Ein sehr interessantes und spaßiges Projekt, das noch ausbaufähig ist. Die Spielwelt erstreckt sich über ein überblickbares Areal, die Spielstimmung ist grundsätzlich ruhig. Trotz der regelmäßigen Angriffe des Hais kommt nur zu Beginn ein wenig Hektik auf, denn man muss fix für Trinkwasser, Nahrung und Verteidigung sorgen – im Anschluss wird es ruhiger. Insbesondere die Option mit anderen zu spielen, Handel zu betreiben, mehr Gestaltungsmöglichkeiten zu haben (Stichwort Craften/ Farmen) oder ganz einfach mit dem Floß und Segeln, Ruder oder ähnlichem umherzufahren und den Ozean oder Inseln zu entdecken, wären interessant. Klasse war das nach dem Minecraft-Prinzip angelegte “craften” von hilfreichen Utensilien trotzdem: Durch geschicktes Kombinieren der angetriebenen und gesammelten Rohstoffe wurden neue brauchbare Dinge hergestellt. Aber: Hier kommen Spieler schnell an die Spielgrenzen, denn das Gesamtpaket ist noch relativ übersichtlich. Am Beispiel des Gemüses, welches einfach so vor sich hinwächst, wird das deutlich. Samen in die Erde und fertig. Da man ja Wasser zu Verfügung hat, wäre ein logischer Handlungsstrang, dass man die Beete damit versorgen muss. Irgendwann fragt man sich: Was genau war nochmal das Spielziel? Trotzdem ein spannender Ausflug auf den Ozean der Lust auf “me(e)hr” macht. Die Rezension bezieht such auf Version 1.04, mittlerweile ist Version 1.05 verfügbar.

Kostenlos – die Entwickler freuen sich jedoch nachvollziehbar über einen kleinen Obolus.

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Marcus Lüpke

Der Autor ist Lehrender, freier Foto- und Videojournalist, Spieletester, Buchautor, Referent, Dozent und medienpädagogischer Berater.
In seiner Freizeit kombiniert er sein Wissen mit Outdoor- und Erlebnissport.
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