Ostseesilber: 10 Pfund Meerforelle im kalten Frühjahr

Diese Tour versprach kein Zuckerschlecken zu werden.  Wassertemperaturen von 2 bis 3 Grad, Wind entweder gar nicht oder aus NO oder O, brrrrrr. Kalt. Gebucht ist gebucht, da muss man mit dem leben, was vorherrscht und das Beste daraus machen.

Gut ausgerüstet starteten wir die ersten 2 Tage geduldig die Ostseespinnfischerei. Aber es passierte nichts und die Motivation bei zusätzlichen 0 Grad Lufttemperatur sank deutlich. Alle Angler, die wir trafen berichteten das Gleiche: Kein Fisch.

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Für solche Fotospäße hat man nur Zeit, wenn am Wasser nichts passiert. Wir wurden auf die Probe gestellt.

Am dritten Tag war alles anders, ein wenig Wind wühlte an der Küste. Der erste Spot war sogar unfischbar. An einem fischbaren Bereich angekommen, sahen wir die Trübungskante bis 25m in die Ostsee hinein. Das sah in Kombi mit ein wenig Welle doch gut aus, denn freigespülte Nahrung war im Wasser. Das muss doch Fisch sein. Tatsächlich dauerte es in der Mittagszeit nur wenige Würfe, bis sich Kontakt einstellte.

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In der Mittagsstunde biss der tolle 62iger Fisch. Aber der Fischgott hielt noch eine Überraschung bereit.

2 gute Fische stiegen nach Biss auf den schwarz-roten Dega jumper auf halber Strecke aus und ein guter Fisch zeigte sich mehrfach an der Oberfläche, bevor er wieder in der Ostsee verschwand. Danach 4 Stunden nichts, wir näherten uns den viel gerühmten 1000 Würfen.

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Viele Angler sprechen beim Thema Meerforelle vom Ostseesilber. Warum? Keine Ahnung.

 

Nach einem Köderwechsel auf Dega Jumper in weiß/blau knallte es gewaltig unter Wasser. Der Widerstand war enorm und in wenigen Sekunden zog der Fisch 20 Meter Schnur von der Rolle. Der hatte Kraft, ich ließ ihn mit offener Bremse gewähren. Aufgrund der deutlich sichtbar belasteten Lars Hansen seatrout war mittlerweile Freund Christian herbeigeeilt und watete dem Fisch mit dem großen Watkescher entgegen. Ich wiederum tat das Gegenteil und bewegte mich rückwärts aus dem Wasser heraus. 3 oder 4 Fluchten später wurde der Fisch müde und Christian konnte mit einem Freundenschrei eine kapitale Meerforelle von 73cm und sicher runden 10 Pfund Gewicht keschern. Wahnsinn, was für ein beendruckender Fisch. Chris fing in der Mittagszeit übrigens eine gute 62iger, die an Masse deutlich hinter dem jetzigen 70plus Fisch zurück lag. Runde 10cm Körperlänge machen bei der Meerforelle einige Kilo mehr an Masse aus, beeindruckend.

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Marcus Lüpke

Der Autor ist Lehrender, freier Foto- und Videojournalist, Spieletester, Buchautor, Referent, Dozent und medienpädagogischer Berater.
In seiner Freizeit kombiniert er sein Wissen mit Outdoor- und Erlebnissport.
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