The Walking Dead – Angeln & biologische Desillusion

The Walking Dead – Warum das nicht funktionieren kann!

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Angeln in The Walking Dead – so ruhig war es nicht immer. Quelle: AMC

Die TV-Serie “The Walking Dead” des amerikanischen Bezahlsenders AMC erfreut sich seit dem 31. Oktober 2010 wachsender Beliebtheit. Die Startfolge zur derzeit laufenden 5. Staffel haben in den USA fast 18 Millionen Menschen gesehen. Der Erfolg reißt nicht ab. Das in den Südstaaten der USA (Nähe Atlanta) lokalisierte apokalyptische Zombieabenteuer mit den starken Charakterdarstellungen hat unglaublich viele Fans auf der ganzen Welt.

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Fishing bei TWD Episode1 – ruhig ging es los mit Andrea und ihrer Schwester. Flyfishing in einer zombieverseuchten Welt? Quelle: AMC

Aber die Geschichte hat einen Haken und zwar einen biologischen. In Staffel 1 übrigens auch einen Anglerhaken, dort wurde auch gefischt.

Zur Handlung

Durch ein Virus werden sterbende Menschen auf der Welt in umherwandelnde Untote verwandelt. Das normale Leben ist zusammengebrochen, es gibt keine Regierungs- und Rechtssysteme mehr. Die Serienhandlung dreht sich dabei um eine Gruppe Überlebender. Angeführt vom ehemaligen Polizeibeamten Rick Grimes, versucht die Gruppe in der bedrohlich veränderten Welt zu überleben. Fans der Serie schwören dabei auf die besonders gelungen dargestellten Charakterdarstellungen und -entwicklungen, der Spannungen in der Gruppe und der Begegnung und Umgang mit vielseitigen Bedrohungen in einer sehr veränderten Welt.

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Carl in Episode 1 – ganz deutlich noch ein Kind. Quelle: AMC
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Der gleiche Carl in Episode 5 – deutlich herangereift, nicht nur körperlich. Quelle: AMC
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Seit 4 Jahren hält das Vater-Sohn-Gespann nun schon durch. Quelle: AMC

 

Die Storyline ist dabei eng an die gleichnamigen Comics von Robert Kirkman (Band 1 wurde 2003 veröffentlicht) angelehnt. In Deutschland werden die Comics vom Verlag “crosscult” verlegt und vermarktet.

 

    Soweit so gut. Ein Mensch stirbt und wird von einem Virus nach relativ kurzer Zeit in einen umherwandelnden, faulenden und übel riechenden Untoten aus vorher vorhandener (Körper-)Biomasse verwandelt. Den Untoten selbst kann man nur unschädlich machen, indem sein Gehirn zerstört wird.

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Kopulierende Stubenfliegen Quelle: alvesgaspar (Wikipedia) GNU-Lizenz

Das Bio-Problem – Zombies hätten keine Verbreitungschance

Die gut durchdachte Story hinkt an dieser Stelle ganz gewaltig. Mit ein wenig biologischem Hintergrundwissen ist das auch schnell erklärt. Auf unserem Planeten ist es nunmal so, dass biologische Substrate nicht unbegrenzt haltbar sind. Beim Joghurt angefangen, der nach einiger Zeit von Bakterien zersetzt wird, passiert dies mit allen toten biologischen Materialen. Ebenso muss es sich auch bei einer Zombieapokalypse verhalten: Mikroorganismen oder auch größere Lebewesen zersetzen den Untoten. Angelockt durch Fäulnis-Duftstoffe würden beispielsweise Millionen Fliegen diesen perfekten Nährboden sicher nicht außer acht lassen und dort direkt Eier auf dem umherwandelnden biologischem Substrat ablegen. Beim Sportfischen in Augusta (am Savannah River), also in der Nähe von Atlanta, konnte ich an einem frisch gefangenen Zwergwels beobachten (Catfish), wie schnell die Fliegen in den Südstaaten sind. In nur wenigen Minuten hatten gleich mehrere Fliegen ihre Eipakete am frisch gefangenen Fisch abgelegt.

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Fliegenmade
Fotograf: Pavel Krok (Wikipedia) GNU-Lizenz

Da die Serie bzw. die Epidemie quasi im Sommer startet, herrschen auch noch die perfekten Umgebungsbedingungen für eine erfolgreiche Eiablage und die Entwicklung. Von der Eiablge zum Schlupf der Larven vergehen in der Regel nur wenige Tage. Die Entwicklung zu fertigen Fliege würde dann maximal eine Woche dauern. Wie viel Zeit hätte ein Zombie also?

Weitere Fakten:

  • Paarungshäufigkeit: mehrfach im Jahr (zweitstellige Generationszahlen sind möglich)
  • Eiablage: Das Weibchen kann mehrere Hundert Eier ablegen
    Junge Fliegen können sich schon wenige Tage nach dem eigenen Schlüpfen paaren.

Beispielrechnung: Für eine (!) Stubenfliege: 400 Eier x 15 Eiablagen/ Jahr = 6.000 geschlüpfte Fliegen/Jahr, die zwischenzeitlich dann auch den Paarungsakt vollziehen, 400 Eier ablegen usw. usw. Diesen Schneeballeffekt kennt man ja von gelikten Beiträgen bei Facebook ;-).

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Kult ist auch das Filmplakat aus dem Jahr 2010. Quelle: AMC

So liebe Zombies – das wäre dann euer Ende. In nur wenigen Tagen wäre eine Zombieapokalypse von Natur aus erledigt. Einen Zombie, der nur aus Knochen besteht (denn die würden dann übrig bleiben) gibt es ja auch nicht.

 

 

 

 

english text
The Walking Dead – Why this can not work!

The television series “The Walking Dead” by AMC TV has startet at 31 October 2010. It was/is growing in popularity. Currently, the 5th season and success will not expire. Almost 18 million people have seen the first episode of season 5 in the US. Located in the southern United States, the apocalyptic zombie adventure with the incredible strength of character representations has many fans around the world.

The plot

By a virus dying people in the world are transformed into peripatetic undead. Normal life has collapsed, there are no governmental and legal systems anymore. The series of action rotates about a group of survivors. Led by former police officer Rick Grimes, the group is trying to survive in the changing threatening world. Fans of the series very much like the most successful representations of shown character and design, the tensions in the group and meet and deal with a variety of threats in a very different world.

The storyline is closely (Volume 1 was published in 2003) to the eponymous comics by Robert Kirkman. In Germany, the comics are published by “crosscult”.

So far so good. A man dies and is transformed by a virus after a relatively short time in a peripatetic, rotten and foul-smelling undead from pre-existing (body) biomass. The undead themselves can do only harmless by his brain is destroyed.

The bio-problem

The well thought out story lags quite violently at this point. With a little biological backgroundknowledge this point is easily explained. On our planet, it is fact, that biological substrates are perishable. Starting with the yogurt, which is decomposed after some time of bacteria, this happens with all dead biological material. Likewise, it must also behave in a zombie apocalypse: microorganisms or larger creatures decompose the undead. Lured by rotting fragrances for example, million flies can not ignore the perfect breeding ground and drop directly eggs on the peripatetic biological substrate. When sport fishing in Augusta (at Savannah River), near Atlanta, I was able to observe a freshly caught catfish and how fast the flies are in the South. In just a few minutes some more flies had equal filed their egg packets on the freshly caught fish.

As the series or the epidemic starts in the summer, also rule nor the perfect environment for a successful oviposition and development. From putting the eggs down to hatching of larvae generally takes a few days. The development to the  finished fly would then take up to one week. How much time would a zombie have then?

Other facts:

  • Mating Frequency: several times a year (two digit generation numbers are possible)
  • Oviposition: The female can lay several hundred eggs
    Young flies can mate a few days after hatching own already.

Invoice: For a housefly: 400 x 15 egg-laying eggs / year = 6,000 flys / year, the drop in the meantime then 400 eggs, etc., etc. This snowball effect is known by using facebook (like, like, like…).

So lovly zombies – that would be your end. In just a few days a zombie apocalypse naturally would be settled. A zombie, consisting only of bones (because they would then remain left) does not exist either.

 

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Marcus Lüpke

Der Autor ist Lehrender, freier Foto- und Videojournalist, Spieletester, Buchautor, Referent, Dozent und medienpädagogischer Berater.
In seiner Freizeit kombiniert er sein Wissen mit Outdoor- und Erlebnissport.
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